Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch
Der Fragenkatalog des Personalentscheiders dominiert normalerweise
den Ablauf des Vorstellungsgespräches. Das gibt Ihnen den Vorteil, dass
Sie sich auf die zu erwartenden Fragen des Personalleiters vorbereiten
können, denn in den meisten Fällen wird ein Standardrepertoire
abgefragt.
Besonders auf zu erwartende stressige Fragen, etwa Lücken im
Lebenslauf, sollten Sie sich vorher eine überzeugende Antwort
zurechtlegen. Bleiben Sie dabei glaubwürdig. Märchen zu erzählen,
fällt immer auf und kann noch lange später zur Anfechtung eines
eventuellen Vertrages führen. Professionelle Interviewer führen
strukturierte Bewerbungsgespräche und wollen präzise, klare und
ehrliche Antworten.
Beispiele für Standardfragen sind:
- Erzählen Sie etwas von sich.
- Welches sind Ihre besonderen Stärken, wo sehen Sie Ihre
Schwächen?
- Weshalb sollen wir ausgerechnet Sie einstellen?
- Warum möchten Sie diesen Job?
- Was versprechen Sie sich von dieser Stelle und unserer
Firma?
- Erzählen Sie uns etwas von ihren bisherigen Aufgaben.
- Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job wechseln?
- Welches sind Ihre Hobbys?
- Welche Ziele möchten Sie in den nächsten fünf bis zehn Jahren
erreichen?
- Welches Gehalt stellen Sie sich vor?
1. Erzählen Sie etwas von sich...
Fühlen Sie sich nicht verleitet, Ihre Lebensgeschichte zu erzählen.
Den Interviewer interessiert nur eines - wie gut Sie sich für die
ausgeschriebene Stelle eignen. Dementsprechend müssen Sie auftreten.
Das Thema "Mein Werdegang" sollte gut vorbereitet kein Problem
darstellen. Erzählen Sie Ihre Geschichte, ohne zu langatmig zu werden,
aber so, dass man merkt, dass Sie dabei waren. Achten Sie darauf, Ihren
Lebenslauf auf die ausgeschriebene Stelle zu beziehen und Sie den roten
Faden nicht verlieren. Ihr Lebenslauf läuft geradewegs auf diese Stelle
zu.
2. Stärken und Schwächen
Nennen Sie ehrlich Ihre Stärken und versuchen Sie Beispiele aus
Ihrem jetzigen Berufsleben zu finden.
Bei der Frage nach Ihren Schwächen reicht es nicht mehr, eine
Schwäche zu nennen, die auch als Stärke interpretiert werden kann,
z.B. Perfektionismus. Langweilen Sie den Personaler nicht mit solchen
Standardphrasen, aber seien Sie vorsichtig, Ihre Schwäche nicht zu
breit zu diskutieren bzw. wählen Sie Schwächen, die in Ihrem Beruf
nicht entscheidend sind, wie z.B. Kontaktscheue bei einem Buchhalter.
3. Weshalb sollen wir ausgerechnet Sie einstellen?
Gehen Sie auf Ihr Interesse an diesem bestimmten Unternehmen ein.
Erklären sie noch einmal Ihre Qualifikation für diesen Job, weisen Sie
auf Erfahrungen, Weiterbildungen usw. hin sowie Ihr langfristiges
Interesse und die Vorteile für beide Seiten - Sie und Ihren
zukünftigen Arbeitgeber. Aber keine Angst, hielte der Verantwortliche
Sie für nicht qualifiziert, hätte er Sie gar nicht erst eingeladen.
4. Warum möchten Sie diesen Job?
Ihr zukünftiger Arbeitgeber wünscht sich, dass seine Stelle Ihre
erste Wahl ist. Erklären Sie deshalb, warum Sie gerade dieses
Unternehmen so interessant finden, warum Sie gerade dort Ihre
beruflichen Ziele besonders gut verfolgen können. Vergessen Sie nicht:
Die Unternehmensziele sind auch Ihre Ziele. Erklären Sie, warum gerade
Sie die Firma oder die Abteilung nach vorne bringen können.
5. Was versprechen Sie sich von dieser Stelle und unserer
Firma?
Hier will man testen, wie gut der Bewerber vorbereitet ist. Ob man
recherchiert hat, was einen erwartet, ob man die zukünftigen Aufgaben
realistisch einzuschätzen vermag. Auf jeden Fall sollte man seine
Erwartungen konkret und plausibel begründen, auch Fragen stellen ist
natürlich erlaubt.
6. Erzählen Sie uns etwas von ihrem jetzigen Job.
Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail, denn dabei ergibt sich die
Möglichkeit, dass Sie Firmengeheimnisse ausplaudern. Zeigen Sie, dass
Sie genügend Fähigkeiten besitzen, um die in der angestrebten Position
vorkommenden Aufgaben zu bewältigen. Wenn Sie wissen, was der Job mit
sich bringt, werden Sie sich auch vorstellen können, welche Art von
Schwierigkeiten auf Sie zukommt. Bereiten Sie sich darauf vor, ein
ähnlich gelagertes Problem zu beschreiben, das Sie mit Erfolg gelöst
haben.
7. Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job wechseln?
Nennen Sie möglichst objektiv positive und negative Seiten Ihrer
alten Arbeitsstelle: etwa mangelnde Fortbildungs- oder fehlende
Aufstiegsmöglichkeiten. Das sind gute Gründe, eine Arbeitsstelle zu
verlassen. Versäumen Sie aber nicht, auch etwas Positives zu erwähnen:
das gute Betriebsklima zum Beispiel. Häufig werden Bewerber danach
gefragt, wie sie mit den Ex-Kollegen und Vorgesetzten zurechtkamen.
Ziehen Sie bloß nicht vom Leder. Man wird Sie für schwierig und im
Ernstfall nicht für teamfähig halten.
8. Welches sind Ihre Hobbys?
Dies ist eine allgemeine oder Eisbrecher-Frage. Der Fragende möchte
den anderen einfach als Gesamtpersönlichkeit kennen lernen. Wenn Sie
Glück haben, können Sie hier Sympathiepunkte sammeln, weil der
Interviewer ähnliche Interessen hat wie Sie. Aber Vorsicht: Gerade in
Jobs, in denen auch an Wochenenden gearbeitet wird und die
60-Stunden-Woche der Normalfall ist, geht es darum, ob jemand in das
Unternehmen und zu den Kollegen passt. Hier sollte man zeitintensive
Hobbys nicht in den Vordergrund stellen. Auch gefährliche Hobbys
führen leicht zu Vorurteilen - viele Personaler schrecken schon die
verletzungsbedingten Ausfalltage von Amateurfußballern. Machen Sie
deutlich, dass Ihre Arbeit Ihren Hobbys vorgeht.
9. Welche Ziele möchten Sie in den nächsten fünf oder zehn Jahren
erreichen?
Der Fragende möchte herausfinden, ob der Kandidat "feste
Ziele" im Leben anstrebt oder nur von einem Tag in den anderen
hinein lebt. Es geht hauptsächlich darum herauszufinden, wie viel
Motivation jemand mitbringt und ob er Zukunftspläne hat. Dies ist Ihre
Chance, Ambitionen zu zeigen - gezügelt durch Selbstkenntnis und
Realismus. Der Beginn einer guten Antwort könnte in etwa lauten: "Ich
hoffe auf herausfordernde Aufgaben, bei dem ich mich fachlich und
persönlich weiterentwickeln kann zu..."
10. Welches Gehalt stellen Sie sich vor?
Die beste Antwort lautet, dass Sie sich ein Gehalt erwarten, das
Ihrer Leistung entspricht. Stellen Sie auch klar, dass es Ihnen weniger
ums Geld als um die mit der Position verbundenen Chancen geht. Bemerken
Sie, dass Ihnen klar ist, dass man über das endgültige Gehalt erst
nach einer Zeit der Einarbeitung sprechen kann. Bedenken Sie, dass es in
vielen Bereichen gar keine Spielräume zum Verhandeln gibt, etwa im
Öffentlichen Dienst oder bei festen Tarifstrukturen. Hier zielt die
Frage nach dem Gehalt nur darauf ab festzustellen, ob Sie mit dem
Gebotenem zufrieden sein können, bzw. Sie die gegebene
Vergütungssituation realistisch einschätzen.
Wenn Sie sich auf eine Summe festlegen sollen, empfiehlt es sich
einen entsprechenden Gehaltsrahmen zu nennen. Üblicherweise spricht man
von einer Von-Bis-Summe. Aber Vorsicht: Etwa ein Drittel aller Bewerber
wird auf Grund zu hoher Gehaltsvorstellungen abgelehnt. Erkundigen Sie
sich deshalb bereits im Vorfeld über die branchenüblichen Gehälter
für die Position, die Sie einnehmen wollen. Bietet man Ihnen etwas
weniger, verhandeln Sie, aber bestehen Sie im Zweifelsfall nicht auf dem
Mehr. Machen Sie die Differenz lieber zum Thema des ersten
Gehaltsgespräches mit ihrem neuen Chef, wenn Sie schon etwas geleistet
haben.
Wer den Job wechselt, kann argumentieren, dass er künftig mehr
verdienen möchte, da er mittlerweile über mehr Berufserfahrung
verfügt und diverse Zusatzqualifikationen erworben hat.
Auch muss berücksichtigt werden, in welches Unternehmen, mit welchem
Personalentwicklungssystem Sie wechseln wollen. Viele lässt die
relative Sicherheit eines Großunternehmens Abstriche am Gehaltswunsch
hinnehmen, andere betrachten die gebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten
als geldwerte Leistung, wieder andere schätzen Sachleistungen, wie die
Nutzung eines Firmenwagens und setzen diese ins Verhältnis zum
gebotenen Gehalt. Beziehen Sie solche Überlegungen mit ein, wenn Sie
über das zu fordernde Gehalt nachdenken.
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